Hier entsteht eine Sammlung von Fachberichten.

Bisher geht es um folgende Themen :

( Bitte einfach runterscrollen, die Berichte sind aneinandergehängt )

 

Osteodystrophie bei Satin-Meerschweinchen

Dalmatiner- und Schimmelzeichnung beim Rassemeerschweinchen

Slate Blue

CAVIAS : Grundsätzliches zur Haltung und alles über Farben und Rassen

Tans and Foxes

FARBGENETIK : Allelreihen und Farbformeln

 

 

 

 

 

Dalmatiner- und Schimmelzeichnung beim Rassemeerschweinchen

 

Von Gaby Prust ( copyright )

 

Erst seit unwesentlich mehr als 10 Jahren sind Meerschweinchen dieser beiden oben genannten Zeichnungen in Deutschland zu Hause. Die Herkunft liegt in England, wo vor einigen Jahrzehnten plötzlich solche Tiere in einigen Würfen auftauchten.
Seither fanden sie sehr schnell viele Liebhaber und wurden und werden in England in allen möglichen Farben gezüchtet und ausgestellt. Dort wurde sogar ein spezieller Club, der "Dalmation and Roan Cavy Club", gegründet, der sich intensiv um die Belange der Züchter und die Bekanntmachung dieser wunderschönen Tiere kümmert.
Sowohl die Dalmatiner- als auch die Schimmelzeichnung wird durch dasselbe Gen hervorgerufen, welches Roan-and Spotting-Gen oder auch White Spotting-Gen genannt wird.
Lediglich durch Selektion in die eine oder andere Richtung entstehen die verschiedenen Zeichnungen.
Der Dalmatiner hat einen farbigen Kopf mit einer weißen Blesse, vier farbige Füße und einen reinweißen Körper mit einzelnen farbigen Flecken.
Der Schimmel hat einen farbigen Kopf ohne Blesse, vier farbige Füße und einen Körper, der ein schön gleichmäßiges Gemisch von farbigen und weißen Haaren im Verhältnis 1:1 zeigt.
Bei beiden Zeichnungsbildern sind die Tiere farbig und nur an genetisch vorherbestimmten Stellen wird die Farbe eliminiert, so daß die Behaarung dort weiß erscheint. Ein Dalmatiner in Schwarz ist also im Prinzip kein weißes Tier mit schwarzen Tupfen, sondern ein schwarzes Tier, bei dem an gewissen Stellen die schwarze Farbe weggenommen wurde. Man spricht auch von einem Tipp-Ex-Effekt.
Das Dalmatiner- und Schimmelgen trägt noch eine Besonderheit mit sich, über die jeder Züchter sich im Klaren sein muß : Bei Verdoppelung dieses Gens entstehen zu einem gewissen Prozentsatz lebensunfähige Jungtiere.
Jeder Dalmatiner und Schimmel ist heterozygot = spalterbig auf dem Dalm.-u.Schimmel-faktor. Reinerbige Tiere wären semiletal, d.h. sie sterben kurz nach der Geburt.
Aus diesem Grund ist es unbedingt zu vermeiden, daß zwei Dalmatiner oder Schimmel miteinander oder untereinander verpaart werden.
Es ist noch nicht einwandfrei nachgewiesen, ob es der Dalmatiner- und Schimmelfaktor selber ist, der diese Auswirkung hat oder ob es ein Letalgen gibt, welches untrennbar eng an diese Zeichnungen gekoppelt ist.
Sie werden immer mit einem farblich passenden, einfarbigen Tier verpaart.
So schreibt es der Bundesdeutsche Verbandsstandard des MFD BD e.V. vor und ein Merkblatt, welches dort ebenfalls erhältlich ist, klärt deutlich auf.
Verpaart man nun also einen Dalmatiner oder einen Schimmel mit einem einfarbigen Tier, so entstehen zu 50 % wieder Dalmatiner oder Schimmel und zu 50 % einfarbige Tiere.
Diese Jungtiere sind alle absolut gesund und nicht erbkrank oder in irgendeiner Weise behindert ! Die einfarbigen Tiere sind keine Dalmatiner- oder Schimmelträger und sie können ohne weiteres untereinander oder wieder an Dalmatiner und Schimmel verpaart werden.
Bei der Verpaarung zweier Dalmatiner oder Schimmel miteinander oder untereinander kommt es hingegen zu 50 % Dalmatinern oder Schimmeln, 25 % einfarbigen Tieren und 25 % letaler weißer Jungtiere.
Die beiden Zeichnungsbilder wurden, wie bereits oben angedeutet, in jahrzehntelanger züchterischer Arbeit auseinanderselektiert. Aus diesem Grund sollte man es nun natürlich tunlichst vermeiden, Dalmatiner- und Schimmellinien wieder zu vermischen. Auch die einfarbigen Tiere, die aus Dalmatinern oder Schimmeln fallen, geben bestimmte genetische Informationen an ihre Nachkommen weiter, die über das Erscheinungsbild bestimmen.
Sie sind zwar KEINE Dalmatiner- oder Schimmelträger, - das ist nicht möglich, da sich der Dalmatiner- und Schimmelfaktor dominant, d.h vorherrschend, vererbt - , aber sogenannte kleine unbenannte Gene über die Farbverteilung, Vorhandensein einer Blesse oder nicht usw.
werden von ihnen dennoch weitergegeben.
Deswegen sind diese einfarbigen Tieren auch in der Dalmatiner- und Schimmelzucht anderen einfarbigen Tieren vorzuziehen.
Aus Gründen der besseren Erkennbarkeit sollen Dalmatiner und Schimmel auch nie mit weißen Tieren, Tieren in einer Farbe, die in Weiß aufspalten kann oder mit Weißschecken verpaart werden. Man kann ansonsten bei manchen Jungtieren vielleicht dann nur mutmaßen, ob sie "einfache Weißschecken" sind oder vielleicht doch Dalmatiner oder Schimmel.
Alle Dalmatiner und Schimmel sollen nur mit Abstammungsnachweis und Merkblatt abgegeben werden.
Trotz dieser vielleicht auf den ersten Blick etwas abschreckend wirkenden genetischen Besonderheit, die aber bei Beachtung der Regeln keinerlei Nachteile für das Tier mit sich bringt, ernten diese wunderschönen Zeichnungen immer und überall Bewunderung.
Viele kennen die Dalmatinerhunde, gepunktete Kaninchen, Hamster, Mäuse usw. , haben aber die Meerschweinchen noch nie gesehen. Bei den Schimmeln sind besonders die Rosetten sehr beliebt. Hier sieht man auch oft die "dreifarbige" Variante des Schimmels, den Mixed Schimmel oder Buntschimmel. Dies ist ein schwarz-rotes Tier ( Schildpatt oder Brindle )mit weißen Schimmelhaaren am Körper.
Grundsätzlich sind sowohl Dalmatiner als auch Schimmel in allen Farben zu züchten. Je dunkler die Farbe allerdings ist, umso schöner wirkt der Kontrast : Schwarz, Schokolade, Goldagouti, Silberagouti finde ich persönlich am schönsten. Je heller die Farbe wird, umso schlechter ist die Zeichnung zu erkennen.
Bei der Zucht ist es vollkommen egal, ob man nun einen Dalmatiner- oder Schimmelbock zu einfarbigen Säuen setzt oder umgekehrt.
Da sich die Verteilung der Flecken beim Dalmatiner nie genau festlegen lässt, ist es bei jedem Wurf eine große Überraschung, wie die Babies aussehen. Sind überhaupt Dalamtiner dabei, wenn ja wieviele ? Haben die Dalmatinerchen alle eine Blesse und farbige Füße ? Wie schön sind die Flecken über den ganzen Körper verteilt ?
Richtig perfekt nach Standardbeschreibung ist natürlich nur ein kleiner Prozentsatz aller geborenen Jungtiere. Das ist aber bei fast allen Zeichungsbildern so und soll nicht entmutigen, sondern nur noch eine größere Herausforderung sein !
Oft haben Schimmel noch eine Blesse oder eine kleine weiße Schnippe auf der Nase. Auch die Schimmelung am Körper ist meistens nicht so hunderprozentig gleichmäßig. Der Bauch ist fast immer mehr geschimmelt ( weißer ) als der Körper oder er zeigt Flecken und Punkte wie beim Dalmatiner. Gewünscht ist aber natürlich eine schöne, gleichmäßige Schimmelung am ganzen Körper mit Ausnahme des Kopfes und der Füße.
Dalmatinern fehlt hingegen manchmal die Blesse oder es ist nur ein Teil der Blesse vorhanden. Auch kommt es öfter vor, daß die Kopffärbung eine leichte Schimmelung zeigt und dann meist auch die Füße genauso davon betroffen sind oder einzelne Zehen oder der ganze Fuß ist weiß. Am Bauch sind übrigens immer die besten Punkte !
Dann gibt es Tiere, die sind sehr hell und zeigen nur noch einzelne Punkte und es gibt Tiere, die haben so viele Flecken, daß diese bereits ineinander übergehen und ein insgesamt dunkleres Bild ergeben. Die dunkelsten Tiere zeigen dann leider auch meist die beste Kopf-und Fußfärbung.
All diese Tiere mit kleinen Fehlern und Schwächen sind jedoch als Zuchttiere immer noch sehr wertvoll, sofern sie aus gut gezeichneten Elterntieren stammen oder gut gezeichnete Geschwister haben. Da die Genetik gerade bei den Zeichnungstieren nach dem Zufallsprinzip arbeitet, kommt es oft vor, daß aus den etwas schlechter gezeichneten Tieren wieder die allerbesten Showtiere fallen.
Auch verpaare ich die schwarzen Tiere, die aus sehr dunkel gezeichneten Dalmatinern gefallen sind, wieder mit Dalmatinern, die sehr hell sind und umgekehrt. So muß man immer versuchen, die goldene Mitte zu treffen, was ja den guten Züchter u.a. auch ausmacht.
Meine Dalmatinerlinie ist nun seit 15 Jahren in meinem Besitz und ich bemühe mich immer, nur so wenig Fremdblut wie möglich dort hinein zu bringen, da dies im Prinzip immer wieder einen großen "Rückschlag" darstellt, was die genetische Festigung der Zeichnung betrifft.
Bei meinen eigenen Tieren kann ich nach diesen vielen Jahren viel eher voraussagen, was an genetischem Potential in ihnen steckt und auch wieder herauskommt.
Dazu ist es allerdings notwendig, mit einem sehr großen Tierstamm zu züchten. Ebenso wie es ohne weiteres möglich ist, diese Zeichnungsbilder in allen Farben zu züchten, so lassen sie sich natürlich auch auf alle Rassen übertragen.
Wie bereits angesprochen, wirkt die Schimmelzeichung nicht nur in Glatthaar sehr schön, sondern auch bei den Rosetten, Teddies oder Rexen.
Schwieriger wird es bei den langhaarigen Varianten. Da das lange Haar übereinander fällt, ist die eigentlich Zeichnung nachher gar nicht mehr oder kaum noch zu erkennen.
Insbesondere bei den glatthaarigen Dalmatinern ist es so, daß sie in Typ, Bau, Größe usw. den einfarbigen schwarzen Tieren z.B. kaum nachstehen, da ja bereits von Anfang an immer sehr gute einfarbige Tiere vorhanden waren, die man in die Dalmatinerzucht mit hineingenommen hat. Es ist also heute keine Besonderheit mehr, wenn ein Dalmatiner in schwarz auf einer Ausstellung das Endprädikat "Sehr gut" oder sogar "Hervorragend" erhält.
Leider gibt es aber in Deutschland nur sehr wenige Züchter, die sich der Herausforderung der Dalmatiner- oder auch der Schimmelzeichnung stellen.

 

Osteodystrophie bei Satin-Meerschweinchen

Ein Bericht von Dr. T. Göbel und Dr. A. Ewringmann / 2000   ( copyright )

Erkrankungen von Satinmeerschweinchen
In den letzten zwei Jahren sind an der Kleintierklinik der Freien Universität Berlin Erkrankungen bei Satin-Meerschweinchen beobachtet worden, die Anlass zur Besorgnis geben. Das Krankheitsgeschehen ist in allen Fällen sehr ähnlich : anfangs ist eine geringgradige, aber kontinuierlich fortschreitende Gewichtsabnahme festzustellen, obwohl die Tiere scheinbar normal fressen. Im weiteren Verlauf treten Störungen in Form einer hoppelnden Fortbewegung auf. Die Meerschweinchen können nur noch weiches Futter aufnehmen und die Gewichtsverluste schreiten immer schneller fort. Im Endstadium schließlich liegen die Tiere nur noch und können kaum laufen; die Futteraufnahme wird vollständig eingestellt. Die Anfangssymptome treten nach unseren Beobachtungen meist im Alter von etwa 1 bis 1,5 Jahren auf, nur wenige Tiere werden älter als 3 Jahre. Es wurden von uns standardmäßig Röntgenaufnahmen von Lendenwirbelsäule, Becken, Hinterbeinen und Schädel angefertigt. Auf diesen Aufnahmen waren, je nach Erkrankungsstadium, leichte bis hochgradige Entkalkungen der Knochen zu beobachten. Das Skelett erschien bei Tieren im Endstadium wie aufgelöst. Bei der Sektion solcher Tiere konnte die Diagnose " Osteodystrophie" gestellt werden.
Die Osteodystrophie ist eine Erkrankung, bei der Kalzium aus dem Knochen freigesetzt wird. Dadurch entsteht ein Abbau des Knochengewebes. Als Ersatz bildet sich ein weiches Fasergewebe, so dass das gesamte Skelett instabil wird. Ursachen einer solchen Osteodystrophie sind in den meisten Fällen Fütterungsfehler ( Kalzium-Mangel und Phosphor-Überschuss im Futter ) oder chronische Nierenerkrankungen. Die Fütterung der erkrankten Tiere wurde – auch mit Hilfe von Futtermittelanalysen – überprüft, und es konnten keine Defizite ermittelt werden. Eine zusätzliche Fütterung von Mineralstoffen konnte zudem das Auftreten von Erkrankungen nicht verhindern. Nierenerkrankungen konnten weder durch Blutuntersuchungen noch durch pathologische Untersuchungen ermittelt werden. Es besteht daher der Verdacht, dass die Erkrankung eine genetische Ursache haben könnte. Ob davon die gesamte Satin-Zucht oder nur einzelne Linien betroffen sind, kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden. Zumindest handelte es sich bei den von uns untersuchten Meerschweinchen um Tiere verschiedenster Linien aus Deutschland, den Niederlanden, Großbritannien und der Schweiz. In Zusammenarbeit mit der Universität Göttingen sollen nun weiterführende genetische Untersuchungen mit Hilfe von Blutproben durchgeführt werden, um die Ursache der Erkrankung, die für die Tiere große Qualen bedeutet, ermitteln zu können. Auf diese Weise können möglicherweise "gesunde Linien" gefunden werden, die zum Aufbau einer robusten Satin-Zucht herangezogen werden können. Es wäre sehr hilfreich, wenn wir Informationen über Erfahrungen mit Satin-Meerschweinchen erhalten könnten, z.B. Berichte über Tiere mit ähnlichen Symptomen, aber auch Berichte über Tiere, die bereits ein hohes Alter erreicht haben und keinerlei Anzeichen für eine derartige Erkrankung aufweisen. Je mehr Meerschweinchenliebhaber und – züchter an einer Zusammenarbeit interessiert sind, desto größer sind die Chancen, befriedigende und repräsentative Ergebnisse zu erhalten. Wir würden uns daher über reichhaltige Zuschriften sehr freuen. Alle Informationen unterliegen selbstverständlich der tierärztlichen Schweigepflicht.

Dr. T. Göbel / Dr. A. Ewringmann
Klinik und Poliklinik für kleine Haustiere der Freien Universität Berlin Oertzenweg 19b, 14163 Berlin

 

 

Slate Blue         von Gaby Prust ( copyright )

 

Herkunft und Beschreibung
Diese Mutation fand man erstmalig um 1986 in England in den Würfen von Lilacs.
Bei der Geburt sehen Slate Blues aus wie Lilacs, da auch diese rotäugig geboren werden. Lilacs hellen mit dem Älterwerden deutlich auf, Slate Blues behalten jedoch ihre Farbe. Mit ca. 4 Wochen haben sie schon deutlich dunklere Augen bekommen und die Fußsohlen, Ohren und restliche Haut fangen an, immer mehr dunkle Pigmentierung zu zeigen. Im Erwachsenenalter haben sie sehr dunkle Feueraugen, die Haut soll so dunkel wie möglich pigmentiert sein und die Deckfarbe soll ein mittleres Taubengrau ohne Rosa- oder Braunschleier sein.
Oftmals sieht man noch Tiere, deren Deckfarbe fleckig und ungleichmäßig ist, sowie zu helle und zu dunkle Tiere. Die sehr hellen Slate Blues sehen dann fast schmutzig weiß oder sektfarben aus. Damit einher geht oft eine ebenfalls zu helle Augenfarbe und eine schlechte Pigmentierung. Die sehr dunklen Tiere werden von vielen Züchtern für aufgehellte Schokos gehalten.
Es ist übrigens durchaus möglich, ein helles Tier mit sehr guter Pigmentierung zu bekommen, und auch ein sehr dunkles Tier mit unzureichender Pigmentierung. Das ist also nicht zwingend miteinander verbunden, bzw. voneinander abhängig.
Genetik
Um die Sache genetisch zu beleuchten, handelt es sich bei dem für dieses Mutation zuständigen Faktor um einen Augenfaktor = p hoch r .
In der Dominanzfolge liegt p hoch r zwischen dem großen P für dunkle Augen und dem kleinen p für rote Augen. Es scheint jedoch keine vollständige Dominanz von
p hoch r über klein-p zu bestehen, bzw. ist es augenscheinlich möglich, daß das p hoch r – Auge durch andere Verdünnungsfaktoren derart aufgehellt wird, daß es vorkommt, daß aus zwei offensichtlich "rot"-äugigen Tieren ein Tier mit dunkleren Augen fällt.
Dies ist nur dadurch zu erklären, daß mindestens eins der Elterntiere ein aufgehelltes
p hoch r – Auge haben muß.
Der Begriff Slate wird oftmals auch für langhaarige Tiere benutzt. Hier soll er allerdings ein schwarzes Tier beschreiben, bei dem die Pigmentkörner im Haar durch das Längenwachstum mehr verteilt sind und dadurch quasi die Konzentration sinkt. Eine "dünnere" Pigmentverteilung im Haar erscheint dem Auge dann grau – bräunlich.
An den Körperstellen, wo die Behaarung kurz bleibt (am Kopf, an den Füßen usw.), erkennt man aber, daß es sich um schwarze Tiere handelt.
Der Faktor p hoch r verdünnt die Fellfarbe am gesamten Tier.
Zucht
Slate Blues sollte man auf jeden Fall nach Möglichkeit nur innerhalb der Farbe verpaaren. Ist dies nicht möglich, kann man auf Schwarz ausweichen. Es entstehen dann in der ersten Generation zu 100 % schwarze Tiere, welche alle Slate Blue-Träger sind. Auf keinen Fall soll Slate Blue mit Lilac gekreuzt werden, da dies die jahrelange Selektionsarbeit der englischen Züchter zunichte machen würde. Es entstehen dadurch wieder Tiere, deren Augenfarbe und Pigmentierung über Generationen unzureichend ist und sich hartnäckig weitervererbt.
Ebenfalls gehört in eine Slate Blue-Linie nicht der Faktor für Braun hinein !
Also keine schoko- oder beigefarbigen Tiere mit Slate Blue verpaaren. Es enstehen erst Braunträger, die oftmals eine undefinierbare Farbe zeigen und kaum noch einzuordnen sind.
Grundsätzlich sollte man in der Slate Blue-Zucht darauf achten, daß die Augen und die Hautpigmentierung so dunkel wie möglich sind. Weiterhin sollte man eine mittlere, und vor allen Dingen gleichmäßige Deckfarbe anstreben. Die Unterfarbe soll der Deckfarbe so weit wie möglich folgen, was aber bei dieser Farbe meist kein Problem darstellt.

 

 

CAVIAS    Bericht von Gaby Prust ( copyright )

Einleitung
Zu Beginn soll hier erklärt werden, daß der Begriff Cavia die lateinische Bezeichnung für das Meerschweinchen ist und einvernehmlich vom Europäischen Verband der Kleintierzüchter als Benennung für Rassemeerschweinchen gewählt wurde.
In den letzten Jahren entstand eine große Auswahl an Caviarassen und –farben, so daß die Wahl wirklich schwer fallen kann und bestimmt für jeden Geschmack etwas dabei ist.
Auf Ausstellungen kann man sich die bestehende Vielfalt anschauen und sich weitere Informationen und Züchteradressen beschaffen. Die Vereine sind dabei gerne behilflich. Nicht alle Rassen und Farben sind leicht zu züchten und zu halten und somit für einen Einsteiger geeignet. Bevor man sich Tiere kauft, ist es unbedingt erforderlich, sich die nötige Sachkenntnis anzueignen und sich möglichst einem Spezialverband anzuschließen.

 

Anschaffung, Fütterung, Haltung
Vor dem Kauf von Meerschweinchen sollte man sich gut überlegen, ob man den nötigen Platz, ausreichend Zeit und das Mit-Interesse der übrigen Familienmitglieder hat. Die nächste Überlegung wäre, ob man die Tiere nur so zum Spaß haben möchte oder ob man züchten und ausstellen will. Es spricht nichts dagegen, sich auch Mischlinge anzuschaffen oder Rassetiere mit kleinen "Fehlern", wenn man die Tiere "nur" zum Liebhaben hält.
Will man hingegen eine Hobby-Rassezucht betreiben, so sollte man sich vorher genau über die Besonderheiten, Charaktere, Schwierigkeiten usw. der einzelnen Rassen informieren und sich dann gute Zuchttiere bei einem erfahrenen Züchter kaufen.
Der Bundesverband der Meerschweinchenfreunde Deutschland e.V. mit Sitz in Frankfurt/Main berät seine Mitglieder in allen Sachen der Haltung, Fütterung, Krankheit, Zucht, Ausstellung usw. Er organisiert Ausstellungen mit Tierverkauf, Vorträge und Stammtische in allen Regionen Deutschlands.
Auch in guten Zoofachgeschäften mit ausgebildetem Personal kann man alles Wichtige zum Kauf und zur Haltung eines Meerschweinchens erfahren. Die Lektüre von guten Büchern ist unbedingt zu empfehlen ! Ein gut vorbereiteter Kauf schützt vor vielerlei unangenehmer Überraschungen und zahlt sich sicherlich auf Dauer aus.
Meerschweinchen sind auch für Kinder geeignet. Jedoch müssen die Eltern den Umgang mit dem Tier und die Regelmäßigkeit der Versorgung und Pflege überwachen.
Liebhaber der Rassemeerschweinchenzucht sind hingegen fast ausschließlich erwachsene Tierfreunde aller Altersgruppen und Sozialschichten.
Auf folgendes sollte man vor dem Kauf gezielt achten :
- Ein Meerschweinchen ist ein Gruppentier und braucht mindestens einen Artgenossen.
-Das Tier soll nicht zu jung sein. Wird das Jungtier zu früh von seiner Mutter getrennt, hat es einen schlechten Start und ist eventuell krankheitsanfälliger. Mit ca. 4-5 Wochen sollte es ein Gewicht von ca. 300 g erreicht haben und ist selbständig genug, um in ein neues Heim umzusiedeln.
-Das Tier soll gesund und gut genährt aussehen. Es soll bewegungsfreudig und aufmerksam sein.
-Das Fell sollte glänzen und keine kahlen Stellen zeigen. Struppiges oder aufgeplustertes Fell kann Anzeichen von Krankheit sein. Kahle Flecken entstehen durch Bisse, Pilzinfektionen oder Milbenbefall. Der kahle Fleck hinter jedem Ohr ist jedoch normal.
-Die Nase soll frei und sauber sein, die Augen müssen glänzen und die Afterregion darf nicht verklebt und dreckig sein. Der Kot eines gesunden Meerschweinchens ist länglich und fest und riecht kaum.
-Sieht das Tier schlecht genährt aus, sollte man auch die Zähne kontrollieren (lassen).
Der Kaufpreis eines Meerschweinchens hängt ab vom Alter des Tieres, vom Geschlecht, von der Rasse und Farbe und vielem anderen. Grundsätzlich kann man sagen, sind langhaarige Rassen teurer als kurzhaarige, weibliche Tiere teurer als männliche.
Haben Sie sich zum Kauf entschlossen, sollten Sie sich vom Verkäufer/Vorbesitzer die genaue Fütterung erklären lassen und möglichst genau so übernehmen. Eine Futterumstellung ist für ein Meerschweinchen immer ein gewisses Risiko und muß langsam und vorsichtig erfolgen.
Meerschweinchen müssen ihren Vitamin C – Bedarf durch das Futter decken, d.h. außer im täglichem Grünfutter sollte auch in der Kraftfutterration ein Anteil dieses Vitamins vorhanden sein. Von äußerster Wichtigkeit ist zudem, daß dem Tier immer reichlich gutes Heu zur Verfügung steht sowie Wasser aus einer nicht tropfenden Trinkflasche mit Kugelventil.
An Obst und Gemüse kommt fast alles für den Speiseplan eines Meerschweinchens in Frage.
Die Tiere entwickeln natürlich auch Vorlieben und das eine mag lieber Paprika, das andere Äpfel. Kopfsalat und die meisten Kohlsorten können Durchfall hervorrufen und sollten lieber nicht gefüttert werden. Auch rohe Kartoffeln, Kartoffelschalen, verdorbenens oder gefrorenes Grünfutter und Gras vom Straßenrand sind kein geeignetes Meerschweinchenfutter.
Es ist übrigens normal und zur Gesunderhaltung der Tiere wichtig, daß sie einen Teil ihres Kotes, - den Blinddarmkot -, wieder aufnehmen. Er versorgt den Körper mit wichtigen selbstgebildeten Vitaminen.
Die Unterbringung von Meerschweinchen kann in handelsüblichen Käfigen erfolgen oder in selbstgebauten Boxen oder Gehegen. Hier gilt der Grundsatz : Je größer, desto besser für die Tiere. Das hat auch für den Besitzer den Vorteil, seine Tiere in Bewegung beobachten zu können.
Da Meerschweinchen Rudeltiere sind, brauchen sie mindestens einen Partner zum Kuscheln und "Unterhalten". Durch kurze Stimmfühlungslaute halten sie dauernd Kontakt untereinander. Das laute, langgezogene Pfeifen hingegen gilt allein dem Menschen und ist ein Bettelverhalten um Futter. Meerschweinchenböcke, die ein Weibchen umwerben, geben gurrende Laute von sich und wiegen ihr Hinterteil hin und her.

Die Rassen der Meerschweinchen
Cavias werden grob eingeteilt in zwei Gruppen :
-Kurzhaar
-Langhaar
Zu den Kurzhaarrassen gehört Glatthaar, Crested, Rosette, Rex, Teddy.
Zu den Langhaarrassen gehört Peruaner, Sheltie, Coronet, Texel, Alpaca, Merino.
Alle obengenannten Rassen sind auch in Satin möglich.

Rassemeerschweinchen zeichnen sich durch die spezifischen Rassemerkmale und die Farbe oder Zeichnung aus. Sie besitzen jedoch im Prinzip alle den gleichen Körperbau.
Das ganze Tier soll möglichst kompakt und fest erscheinen. Die Hinterhand ist schön voll und rund und der Nacken ist gut sichtbar nach außen gewölbt. Der Kopf soll breit sein mit einem nach außen gebogenen Nasenbein. Die Ohren sind groß und hängen in einer leichten Welle abwärts.

Die Farben der Meerschweinchen

1. Agoutis

Agoutis zeigen den für die Wildformen typischen Farbaufbau am Haar, wobei es drei verschiedene Haartypen gibt. Zum einen das Haar, welches zuerst die Unterfarbe und dann die Deckfarbe zeigt. Dann das Haar, welches erst die Unterfarbe zeigt, dann ein Band in der Deckfarbe und an der Spitze wieder die Unterfarbe. Die dritte Sorte zeigt nur die Unterfarbe.
Das gleichmäßige Gemisch dieser drei Haartypen lässt das "Ticking" entstehen.
Am Bauch befinden sich beim Agouti nur Haare der Kategorie 1, dadurch erscheint der Bauchstreifen vornehmlich in der Deckfarbe.

2. Argentes

Argentes sind vergleichbar mit Agoutis, besitzen jedoch am ganzen Körper nur Haare der Kategorie 1.

3. Solid Agoutis

Diese Mutation aus Amerika zeigt keinen Bauchstreifen. Der ganze Körper lässt rundherum ein gleichmäßiges Ticking sehen.

4. Einfarbige

Einfarbige Cavias sollen so gleichmäßig wie möglich in der Farbe sein, ohne Schattierungen oder Flecken. Die Unterfarbe soll der Deckfarbe so weit wie möglich folgen. Der Bauch darf etwas matter erscheinen.

5. Zeichnungen

          Hier ist eine Vielzahl von genau vorgeschriebenen Farbmustern und -verteilungen bekannt.  

 

FARBEN

GOLDAGOUTI

Von der genetischen Formel her ist dies die Wildfarbe, das heißt alle Faktoren sind dominant.
Es wurde lediglich anhand kleiner unbestimmter Gene eine Intensivierung der roten Farbe erreicht. Die Unterfarbe ist schwarz, die Deckfarbe ist intensiv kastanienrot, so wie beim Irish Setter, mit gleichmäßigem schwarzem Ticking. Die Bauchfarbe darf etwas matter sein als die Deckfarbe und zeigt kein Ticking. Hautpigmentierung, Krallen und Augen sind dunkel.

GRAUAGOUTI

Beim Grauagouti wurde die intensiv rote Deckfarbe ersetzt durch einen buffartigen Gelbton mit gleichmäßigem schwarzem Ticking. Die Unterfarbe bleibt schwarz. Die Bauchfarbe darf etwas blasser sein als die Deckfarbe und zeigt kein Ticking. Hautpigmentierung, Krallen und Augen sind dunkel.

SILBERAGOUTI

Das Silberagouti entsteht durch das Vorhandensein des Chinchillafaktors. Dieser unterdrückt alle Farben der Rot-Reihe und lässt sie mehr oder weniger weiß erscheinen.
Die Deckfarbe ist silbergrau mit gleichmäßigem schwarzem Ticking. Die Bauchfarbe ist silbergrau (nicht weiß !) ohne Ticking. Die Unterfarbe ist schwarz.
Hautpigmentierung, Krallen und Augen sind dunkel.

ORANGEAGOUTI

Hier verändert sich zum ersten Mal die Unterfarbe. Die Deckfarbe ist Orange-Rot mit gleichmäßigem dunkelschokoladefarbenem Ticking. Der Bauch ist orange-rot ohne Ticking.
Die Unterfarbe ist schokolade.
Die Hautpigmentierung und Krallen sind dunkelbraun. Die Tiere zeigen Feueraugen mit der typischen Glut bei bestimmtem Lichteinfall.

CREMEAGOUTI

Die Deckfarbe ist creme mit gleichmäßigem schokoladefarbenem Ticking. Die Bauchfarbe ist creme ohne Ticking. Die Unterfarbe ist schokolade. Hautpigmentierung und Krallen sind dunkel- bis mittelbraun. Die Augen zeigen Feuerglut.

CINNAMONAGOUTI

Die Deckfarbe ist silberweiß mit gleichmäßigem hellschokofarbenem (=zimt) Ticking. Der Bauch ist silberweiß und zeigt kein Ticking. Die Unterfarbe ist schokolade in einer etwas helleren Nuance. Hautpigmentierung und Krallen sind hellbraun. Cinnamonagoutis haben Feueraugen.

SALMAGOUTI

Salm bedeutet Lachs und dies ist ein Versuch, den Ton der Farbe zu umschreiben.
Die Deckfarbe ist ein Gold-Ton mit einem gleichmäßigem lilacfarbigem Ticking. Die Bauchfarbe ist golden ohne Ticking. Die Unterfarbe soll ein kräftiges Lilac sein. Haut und Krallen sind möglichst pigmentlos, die Augen rot.

ARGENTES

Argentes sind Tiere, die eine Unterfarbe und eine Deckfarbe aufweisen. Es sind also, -eigentlich wie die Agoutis auch - , stets "zweifarbige" Tiere, die auch so benannt werden sollen. Im Unterschied zum Agouti zeigen sie nicht das typische Ticking, sondern ein "Tipping", das heißt nur die Haarspitzen und der Bauchstreifen lassen die Deckfarbe sehen. Das einzelne Haar ist also nicht mehrfach gebändert wie beim Agouti.
Die Unterfarbe ist stets eine Farbe der Schwarz/Braun-Reihe, die Deckfarbe kommt immer aus der Rot/Gelb-Reihe.
Es gibt zum Beispiel Lilac/Gold-Argentes, Lilac/Safran-Argentes, Beige/Gold-Argentes, Beige/Weiß-Argentes, Slate Blue/Gold-Argentes, Slate Blue/Creme-Argentes und so weiter.

SOLID AGOUTIS

Solid Agoutis haben im Gegensatz zum "gewöhnlichen" Agouti keinen Bauchstreifen, der sich sichtlich vom restlichen Körper absetzt. Das Ticking zieht sich gleichmäßig über das ganze Tier, lediglich an den Beinen wird weniger Ticking toleriert. Solid Agoutis gibt es in allen Farben der Agoutis. Der Gesamteindruck des Solid Agoutis ist immer dunkler als bei der vergleichbaren "gewöhnlichen" Agoutifarbe.

Hier muß man nun eigentlich noch eine neue Farbe einfügen, nämlich die TAN-Zeichnung. Verantwortlich für diese Zeichnung ist der Tan-Faktor, der wie bei den Kaninchenrassen Tiere entstehen lässt, die eine Körperfarbe aus der Schwarz/Braun-Reihe besitzen und eine Bauchfarbe aus der Rot/Gelb-Reihe. Black Tans sind schwarz und zeigen einen roten Bauch. Die Augen und die Schnauze sind rot umrandet, die Ohren von innen rot behaart und an der Flanke laufen einzelne Haare mit roten Spitzen am Körper hoch.
Alle Tiere mit einer Bauchfarbe aus der rot-gelben Farbreihe nennt man Tans, z.b. Black Tan, Chocolate Tan, Lilac Tan usw.
Die Tiere mit weißen Bäuchen heißen Fox, also Silver Fox, Chocolate Fox, Lilac Fox usw.

SCHWARZ

Die Deckfarbe ist ein intensives, glänzendes Schwarz. Leider sind oftmals noch einzelne rote oder weiße Haare zu finden. Die Haut ist schwarz pigmentiert, die Augen sind dunkel.

SLATE BLUE

Die Deckfarbe ist ein mittleres Taubengrau mit bläulichem Schein, auf keinen Fall mit Rosa- oder Braunschleier. Die Haut soll so dunkel wie möglich pigmentiert sein, die Augen ebenfalls.

LILAC

Die Deckfarbe ist ein mittleres bis helles Taubengrau und soll möglichst einen leichten Rosaschimmer erahnen lassen. Die Nuance der Farbe ist sehr altersabhängig, da die Jungtiere sehr dunkel geboren werden und später aufhellen.
Die Haut zeigt möglichst keine Pigmente, die Augen sind rot.

SCHOKOLADE

Die Deckfarbe soll so dunkelbraun wie möglich sein und den Ton von Bitterschokolade wiedergeben. Die Hautpigmentierung ist braun, wobei die Ohren meist heller sind als die Fußsohlen. Schokoladenfarbige Tiere haben Feueraugen.

BEIGE

Die Deckfarbe wird beschrieben als heller Braun-Ton, - wie Milchkaffee -, mit leichtem Grauschleier. Auch bei dieser Farbe werden die Jungtiere dunkler geboren und hellen dann etwas auf. Die Haut soll möglichst unpigmentiert sein, die Augen sind rot.

ROT

Ein sehr warmes Kastanien-Rot soll hier die Deckfarbe sein. Oftmals sieht man bei sehr intensiv gefärbten Tieren einen Schwarzschleier, der jedoch unerwünscht ist.
Die Hautpigmentierung soll so dunkel wie möglich sein, optimalerweise schwarz. Die Kallen sind hornfarbig bis dunkel. Die Augen sind dunkel.

GOLD

Die Deckfarbe ist ein warmer, intensiver Gold-Orange-Ton. Die Haut ist möglichst unpigmentiert, die Augen können rot oder dunkel sein.

SAFRAN

Die Deckfarbe ist ein warmer, intensiver Gold-Gelb-Ton. Die Haut ist möglichst pigmentlos, die Augen sind rot.

BUFF

Buff ist ein kräftiges, dunkles Ockergelb ohne Tendenz zu Rot oder Braun. Auch hier soll die Haut möglichst keine Pigmente zeigen. Die Augen sind dunkel.

CREME

Diese Farbe ist mit ganz hellem Dünensand zu vergleichen. Es ist eine sehr pastellige Farbe, die nicht reinerbig zu züchten ist. Sie "schwebt" zwischen Buff und Weiß.
Die Verpaarung Creme x Creme ergibt Buff, Creme und Weiß. Oftmals wird auch Buff x Weiß oder Creme x Weiß gezüchtet, um gute Cremes zu erhalten.
Die Haut ist möglichst unpigmentiert, die Augen sind dunkel.

WEISS

Bei den Meerschweinchen gibt es keine Albinos. Diese Mutation wurde bisher nicht nachgewiesen. Die weißen Tiere entstehen durch Kombinationen von Faktoren, die zum einen den roten Haarfarbstoff unterdrücken und zum anderen den schwarzen. Es sind also rote Tiere, bei denen die rote Farbe auch noch unterdrückt wurde oder Himalayas, bei denen dann auch noch die schwarze/braune Farbe unterdrückt wurde.
Die Deckfarbe soll ein strahlendes, reines Weiss sein. Die Haut ist pigmentlos, die Augen können rot oder dunkel sein.

BRINDLE

Dieses Zeichnungsbild kann man beschreiben als gleichmäßiges Gemisch von schwarzen und roten Haaren am ganzen Körper. Kleinere rote oder schwarze Flecken werden akzeptiert, sollen aber das Gesamtbild nicht erheblich stören. Die Hautpigmentierung soll so dunkel wie möglich sein, die Augen sind dunkel.

SCHILDPATT

Hier wird eine gleichmäßige Verteilung von scharf abgegrenzten, möglichst gleich großen schwarzen und roten Farbfeldern gewünscht. Von der Nase bis zur Hinterhand ist optimalerweise eine gedachte Linie, an der sich jeweils die verschiedenfarbigen Felder gegenüber stehen. Am Bauch ebenso. Eine gewisses Ausmaß an Brindelung ist bei Schildpatts oft zu finden. Die Hautpigmentierung ist so dunkel wie möglich, die Augen sind dunkel.

SCHILDPATT MIT WEISS oder SCHOKOLADE-ROT-WEISS

Der Name Schildpatt bedeutet Schildkröte. Ebenso wie das Muster auf dem Panzer einer Schildkröte ist hier das sogenannte Schachbrettmuster gewünscht, welches beim Schildpatt bereits erklärt ist.
Jede der drei Farben muß an jeder Körperseite in möglichst gleich großen Anteilen zu sehen sein. Die Pigmentierung und Augenfarbe richtet sich nach dem umgebenden Farbfeld. Auch zwei verschiedenfarbige Augen sind möglich.

HOLLÄNDER

Die Holländerzeichnung setzt sich zusammen aus den Kopfplatten, der Bandzeichnung und den Manschetten. Die Kopfplatten umfassen jeweils oval das Auge und das Ohr einer Seite. In der Mitte lassen sie Platz für eine Blesse, nur oben zwischen den Ohren berühren sie sich.
Möglichst in der Körpermitte befindet sich die Bandzeichnung, d.h. die Trennlinie zwischen den beiden Farben. Die vordere Hälfte des Körpers ist immer weiß, die Kopfplatten und die hintere Hälfte zeigen eine der anerkannten Farben. Mit Manschetten bezeichnet man die Weißfärbung möglichst beider Hinterfüße. Die Pigmentierung und Augenfarbe richtet sich nach der umgebenden Farbe.

HIMALAYA

Die Himalayazeichnung wird auch oft Siam- oder Russenzeichnung genannt. Es ist eine Extremitätenfärbung, die durch Kälte verstärkt wird. Kennzeichnend ist die dunkle ( schwarze oder schokofarbige) Maske, die dunklen Beine und die dunklen Ohren. Die restliche Körperfarbe soll so reinweiß wie möglich sein. Die Augenfarbe ist immer Rot.
Himalaya-Babies werden reinweiß geboren, - die Zeichnung kommt erst später durch.

DALMATINER

Der Dalmatiner ist ein farbiges Tier mit einem genetischen Farbunterdrücker. Dadurch wird der Körper reinweiß und lässt nur einzelne farbige Flecken zu. Der Kopf ist farbig mit einer möglichst symmetrischen, weißen Blesse. Die Beine sind ebenfalls farbig.
Die Fleckzeichnung wird klar und deutlich gewünscht, gut auf dem ganzen Körper verteilt und nicht zu zusammenhängend. Auch schwarze Dalmatiner haben Feueraugen !
Die Hautpigmentierung richtet sich nach der Fellfarbe.

SCHIMMEL

Der Schimmel ist ebenfalls ein farbiges Tier, bei dem die Farbe am Körper teilweise unterdrückt wurde. Kopf und Beine sind farbig, der Kopf zeigt keine Blesse. Am Körper zeigt der Schimmel ein möglichst gleichmäßiges Gemisch von farbigen und weißen Haaren. Auch Schwarzschimmel haben Feueraugen ! Die Hautpigmentierung richtet sich nach der Fellfarbe.

ACHTUNG !!!
Aus züchterischen und tierschutzrechtlichen Gründen sind folgende Verpaarungen unbedingt zu unterlassen :

  1. Dalmatiner x Dalmatiner
  2. Dalmatiner x Schimmel
  3. Schimmel x Schimmel,
    sowie Verpaarungen von Dalmatinern oder Schimmeln mit weißen Tieren, weißgescheckten Tieren und Himalayas. 

 

EINFARBIG oder AGOUTI MIT WEISS

Hier wird eine möglichst gleichmäßige Farbverteilung mit klar abgegrenzten Feldern gewünscht. An jeder Körperseite müssen mindestens drei Farbfelder zu sehen sein.
Die Farben entsprechen den Beschreibungen der einfarbigen Tiere.

 

RASSEN

GLATTHAAR

Die Behaarung ist anliegend, weich und glänzend und besteht aus feinen, weichen Haaren und groben Deckhaaren. Die Behaarung muß frei von Rosetten und Verwirbelungen sein.
Diese Rasse ist wohl zahlenmäßig mit den meisten Tieren vertreten.
Glatthaar-Meerschweinchen sind recht unkompliziert in der Haltung und in der Pflege, welche sich im Prinzip darauf beschränkt, daß die Krallen bei Bedarf gekürzt werden.

SATIN

Durch den Satinfaktor ist der Haarschaft hohl und jedes einzelne Haar dünner. So reflektiert es auf völlig andere Weise das Licht, die Farben erscheinen dunkler und intensiver, ein brillianter Glanz erscheint. Da die einzelnen Haare sehr dünn, fein und seidig sind, muß unbedingt darauf geachtet werden, daß die Haare sehr dicht eingepflanzt sind.
Zu Satin-Meerschweinchen bitte auch den Bericht über die Osteodystrophie lesen !

CRESTED

Die Crested – Meerschweinchen zeichnen sich durch eine Stirnrosette aus, welche auch Krone (=crest) genannt wird.
Sie muß so rund und groß wie möglich sein und einen kleinen, geschlossenen Mittelpunkt haben. Bei Englisch Cresteds entspricht die Kronenfarbe der Körperfarbe, bei Amerikanisch Cresteds ist die Kronenfarbe immer Weiß.
Besonders die Amerikanisch Cresteds erfreuen sich aufgrund ihrer kontrastierenden Farben großer Beliebtheit. Es ist jedoch äußerst schwierig, ein Tier mit vollkommen weißgefärbter Krone zu züchten.

ROSETTE

Ein Rosetten-Meerschweinchen hat zwei Hinterhandrosetten, zwei Hüftrosetten und vier Körperrosetten. Zusätzlich können zwei Schulter- und zwei Nasenrosetten vorhanden sein, die den Zucht- und Ausstellungswert des Tieres steigern.
Die Haare sind etwas länger als beim Glatthaar-Meerschweinchen und fühlen sich fest und harsch an. Durch die sich gegenüberstehenden Rosetten entstehen aufrecht stehende Haarkämme.
Tiere dieser Rasse sind vom Aussehen her eigentlich so etwas wie die Clowns unter den Meerschweinchen. Besonders Kindern gefällt das verwirbelte, abstehende Fell oft sehr gut.

REX

Jedes einzelne Haar steht senkrecht auf der Haut, ist in sich gekräuselt und dadurch sehr federelastisch. Auch die Bauchbehaarung soll lockig oder wellig erscheinen. Oftmals ist die Struktur an den Flanken oder auch in der Mitte des Rückens schlechter, so daß dort flache Stellen in der Behaarung entstehen.
Rexe sind für ihr ruhiges, verträgliches Gemüt bekannt. Sie werden oft sehr groß und schwer.

TEDDY

Der Teddy ist eine amerikanische Mutation, die mit dem Rexfaktor nichts zu tun hat. Bei der Verpaarung von Rex x Teddy entstehen nur glatthaarige Tiere, die Rex- und/oder Teddyträger sein können. Deshalb ist von einer Vermischung dieser beiden Rassen dringend abzuraten ! Das einzelne Haar ist beim Teddy nicht so sehr gekräuselt wie beim Rex. Es steht ebenfalls jedes Haar senkrecht auf der Haut und ist sehr federelastisch.
Beim jungen Teddy ist die Bauchbehaarunmg noch relativ lockig, später kann sie fast glatt werden. Im Allgemeinen ist es so, daß Teddies die etwas kürzere und gleichmäßigere Behaarung gegenüber dem Rex haben.

Bei allen LANGHAAR-Rassen schreibt der MFD BD e.V. – Verbandsstandard aus tierschutzrechtlichen Gründen eine Haarlänge vor, die mindestens bodenlang sein sollte, jedoch höchstens 2 cm darüber hinaus gehen darf.
Dieses Kürzen der kontinuierlich wachsenden Haarpracht empfiehlt sich jedem Halter von langhaarigen Meerschweinchen, da das Fell sonst leicht verschmutzt, wenn es über den Boden schleift. Zudem behindert eine allzu lange Behaarung das Tier in seinen Bewegungsabläufen.
Früher sah man in Deutschland, daß die langen Haare auf Papillotten aufgewickelt wurden, um sie zu schützen und sauber zu halten. In benachbarten Ländern kann man dies heute noch auf Ausstellungen sehen.

PERUANER

Der Peruaner ist ein langhaariges Meerschweinchen mit zwei Hinterhandrosetten, welche die gesamte Körperbehaarung nach vorne fallen lässt. Das ist besonders schön bei Jungtieren zu sehen. Der Kopf zeigt schöne Backenbärte und einen Pony, der ins Gesicht fällt.

SHELTIE

Die Behaarung des Shelties ist glatt und seidig und zeigt keinerlei Rosetten oder Wirbel. Die Kopfbehaarung ist kurz. Erst zwischen den Ohren und an den Backen beginnt das Haar länger zu werden. Das Sheltie zeigt also keinen Pony und die gesamte Behaarung liegt glatt und seidig am Körper an.

CORONET

Das Coronet ist ein Sheltie mit einer Krone. Die Krone soll genau wie bei den kurzhaarigen Crested-Meerschweinchen schön groß und rund sein und ihr kleines und klares Zentrum in der Mitte des gedachten Vierecks zwischen den Augen und den Ohren haben.

TEXEL

Hier wurde der Rexfaktor in Shelties eingebracht, so daß eine lange, gelockte bis gewellte Behaarung entstand. Das Fell soll sehr dicht sein und durch seine Struktur eine gute Federelastizität haben. Die lange Deckbehaarung zeigt beim erwachsenen Tier meist nur noch Wellen, währenddessen die kürzere Unter- und Bauchbehaarung richtig gelockt ist.

ALPACA

Das Alpaca ist praktisch ein Peruaner mit Locken, d.h. diese Tiere besitzen ebenfalls zwei Hinterhandrosetten und einen Pony.

MERINO

Hier kommt die Krone zum lockigen Fell. Es ist also ein Coronet mit lockigem Fell.

 

 

Tan- und Fox-Zeichnung bei Meerschweinchen

 

Ein Bericht von Gaby Prust ( copyright )

 

HERKUNFT
Im Jahre 1998 tauchte auf einer Ausstellung in der Schweiz ein Meerschweinchen in einer unbekannten Färbung auf. Der englische Richter Tony Cooke erkannte das Tier richtig als Tan-Meerschweinchen.
Es sah auf den ersten Blick aus wie ein schlechtes Goldagouti, die Körperfarbe war schwarz, der Bauch rot, - nur das Ticking fehlte.
Er war absolut begeistert, - suchte er doch bereits seit vielen Jahren nach diesem Gen.
Aus der Kleintierzucht ist bekannt, daß durch Einkreuzung des Chinchillafaktors auch Varianten mit weißem Bauch entstehen. Die Produkte der ersten Zuchtversuche wurden 1999 teilweise nach England verkauft und dort im Januar 2000 auf der Bradford-Show dem breiten Publikum vorgestellt. Man kann sich vorstellen, daß sie bei den Meerschweinchenfans große Neugier auslösten. So oft passiert schließlich nichts vollkommen Neues mehr bei unseren Rassemeerschweinchen.

 

BESCHREIBUNG
Tans und Foxes müssen wir uns vorstellen als "ungetickte" Ausgabe der Agoutis.
Es gibt sie theoretisch in allen bekannten Farbzusammenstellungen, die wir von den Agoutis her auch kennen.
Die gewünschten Farbkombinationen :

Schwarz mit rotem Bauch = Black and Tan

Slate Blue mit goldenem Bauch = Slate Blue Tan

Lilac mit goldenem Bauch = Lilac Tan

Schoko mit rotem Bauch = Chocolate Tan

Beige mit goldenem Bauch = Beige Tan

Schwarz mit weißem Bauch = Silver Fox

Slate Blue mit weißem Bauch = Slate Blue Fox

Lilac mit weißem Bauch = Lilac Fox

Schoko mit weißem Bauch = Chocolate Fox

Beige mit weißem Bauch = Beige Fox
Natürlich ist dieses Zeichnungmuster auch auf alle Rassen übertragbar.
Allen oben genannten Färbungen gemeinsam ist, daß die Deckfarbe rein sein soll, ohne andersfarbige Haare. Ausnahme sind die einzelnen Haare mit Spitzen in Bauchfarbe, welche an den Flanken sowie an der Brust jeweils bis etwa zur halben Höhe des Tieres zu sehen sind. Ebenso charakteristisch ist, am Beispiel eines Black Tans erklärt, daß er rund um die Augen einen deutlich roten Ring zeigt und die Nasenlöcher rot eingefasst sind. Die Ohrinnenseiten sind rot behaart inklusive einiger roter Haare am Ohransatz. Am Kinn ist eine interessante Streifenzeichnung : Die Kinnmitte ist schwarz gefärbt, rechts und links davon laufen rote Streifen auf die Kehle zu und dann seitwärts am Unterkieferrand entlang. Die Innenseiten der Vorder- und Hinterbeine sind rot gefärbt.
Der Bauchstreifen soll so breit sein, daß man ihn sieht, wenn man das Tier von der Seite betrachtet. Über den Vorderbeinen und den Hinterbeinen laufen vermehrt Haare nach oben-hinten weg, welche die typische rote Spitzenfärbung haben.
Genetisch gesehen handelt es sich um einen neuen Agoutifaktor = a hoch t.
Der Loh-Faktor "a hoch t" steht in der Dominanzfolge zwischen A = Agouti und
a = einfarbig.
Er lässt die für das Agouti typische Bänderung des Haares nicht zu, sondern nur eine Spitzenfärbung ( = Tipping) der Haare an bestimmten Körperstellen.
Bei den Kaninchen sind diese Färbungen längst bekannt und beliebt.
Diese Beschreibung aus dem Kaninchenstandard lässt darauf schließen, daß es bei den Tans und Foxes tatsächlich so sein muß, daß diese Tiere einige Punkte in der Zeichnung aufweisen, die wir bei den "normalen" Agoutis als schwere Fehler werten würden. Bei einem Goldagouti zählt der sehr breite Bauchstreifen und das Zeigen der roten Farbe am Kinn und rund um die Augen ( Brille) je nach Ausmaß als leichter bis schwerer Fehler.

 

ZUCHT
Die genetische "Ausgangsform" der Tans und Foxes ist der Black Tan. Er hat, genau wie bei den Agoutis, die dominanteste genetische Formel :
a^ t a^ t BB CC EE PP (a^t wird a hoch t gelesen).
Um z.B. einen Chocolate Tan zu erhalten, verpaart man zuerst einen Black Tan mit einem einfarbigen Schoko-Tier. Das Resultat sind einfarbig schwarze Tiere und Black Tans. Die Schwarzen sind Schokoträger und die Black Tans sind ebenfalls Träger für Schoko. Letztere an Schokos zurückverpaart ergeben dann die ersten Chocolate Tans.
Für die Veränderung vom Tan zum Fox ist der Chinchillafaktor (c^r) notwendig. Er sorgt dafür, daß alles Rot im Haar zu Weiß wird. Natürlich gilt diese Regel auch bei allen Verdünnungen von Rot.
Um einen Black Fox zu bekommen, verpaart man am besten einen Black Tan mit einem einfarbig schwarzen Tier, welches aus Silberagoutis gefallen ist ( = Chinchillafaktorträger). Das wäre der schnellste Weg, da das Tan-Gen dominant ist über Einfarbigkeit und das schwarze Tier aus Silberagouti den Chinchillafaktor bereits mitbringt, welcher wie oben erklärt, für die Fox-Zeichnung benötigt wird. Aus solch einer Verpaarung erhält man dann zu 100 % Tans, die alle Fox-Träger sind.
Der einzige Nachteil an der Geschichte ist, daß auch wieder einfarbige Tiere fallen können.
Um an dieser Stelle noch mal zum genetischen Ursprung zurückzukehren, sollen im Folgenden noch einige Zuchtmethoden für Black Tans erläutert werden.
Die optimale Strategie bei der Reinzucht ist immer, Gleiches mit Gleichem zu verpaaren. In diesem Fall wären das Black Tans mit Black Tans.
Nun ist es zum ersten der Fall, daß es noch nicht sehr viele Tans gibt und es so dazu kommen kann, daß man aus Ermangelung an geeigneten Zuchttieren einfach über eine andere Farbe gehen muß. Zum anderen ist bei einer neuen Farbe immer noch etwas zu verbessern, wozu man auf andere Farben zurückgreifen muß.
Bei den Black Tans ist bisher ein großer Schwachpunkt die Intensität der roten Farbe.
Überhaupt in Frage kommen als Zuchtpartner für Black Tans nur Schwarze, Rote oder Goldagoutis. Bei der Verwendung von schwarzen Tieren passiert genau das, was wir nicht wollen, nämlich der Verlust der Farbintensität bei Rot infolge von fehlender Rotverstärkung. Logischerweise wäre also die Zuhilfenahme von guten roten Tieren anzuraten. Leider hat die Verpaarung von schwarzen mit roten Tieren den großen Nachteil, daß ein Großteil der Nachzucht schwarz wird mit vielen einzelnen roten Haaren oder sogar roten Flecken, Füßen oder einer Blesse.
Die dritte Möglichkeit, über Goldagouti mit kräftigem Rotanteil zu gehen, ist eigentlich nur dann anzuraten, wenn man sich ganz sicher ist, daß weder das Goldagouti noch der Black Tan rezessiv Einfarbigkeit tragen. Ist dies doch der Fall, kann man bei der Nachzucht, die äußerlich in der 1. Generation Goldagouti ist, nicht sagen, ob es nun Tanträger sind oder einfach nur Träger für Einfarbigkeit.
Wenn ein Auskreuzen notwendig ist, sollte man immer Tiere mit dominanteren Faktoren wählen, da diese sichtbar und später auch wieder auszuselektieren sind.
Zieht man sich in eine Linie einmal einen rezessiven Faktor hinein, ist es sehr schwer, diesen wieder herauszubekommen.
In unserem Fall heißt das, der Weg über einfarbige schwarze und rote Tiere ist nicht so gut, wie der über Goldagouti. Allerdings muß das Goldagouti dann auch wirklich absolut reinerbig sein und darf keine versteckten weniger dominanten Gene tragen.

 

Zusammenfassung (Beispiel Black Tan)

- Körperfarbe rein einfarbig schwarz ohne andersfarbige Haare

- rot getippte Haare laufen rund um den Körper vom Bauchstreifen aus am Tier hoch bis auf etwas halbe Tierhöhe   

- Kopf - Nasenlöcher rot eingefasst, möglichst scharf begrenzt

- Tasthaare in der Farbe des umgebenden Farbfeldes, also zwei verschiedene Farben möglich

- Augeneinfassung rot, möglichst rund, nicht zu breit und nicht unterbrochen

- Innenseiten der Ohren rot behaart sowie einzelne rote Haare am Ohransatz

- vom Kinn aus laufen zwei rote Streifen an den Unterkieferrändern entlang

- die Brust zeigt getippte Haare, welche dann zwischen den Vorderbeinen in die Bauchzeichnung übergehen

- Bauch - breiter Bauchstreifen, der von der Seite sichtbar ist. Die Haare sind an der Wurzel schwarz gefärbt und     haben optimalerweise eine lange rote Spitze, so daß der Bauch schön rot leuchtet.

- Beine - die Innenseiten der Vorder- und Hinterbeine sind rot gefärbt. An den Außenseiten sind oft noch einzelne getippte Haare

 

Probleme
Oftmals zeigen Tans und Foxes noch rote bzw. weiße Haare in der Körperfarbe.
Eine weitere Schwierigkeit besteht darin, daß die Augenringe so rund wie möglich und nicht unterbrochen sein sollen. Sie dürfen aber auch nicht zu breit sein.
Bei der Nasenzeichnung besteht ebenfalls die Gefahr, daß die Farbe ausläuft und nicht schön scharf abgegrenzt ist.
Dies alles sind noch Herausforderungen, denen sich schon einige sehr enthusiastische Züchter und Züchterinnen in Deutschland stellen.
Black Tans und Silver Foxes sind seit 2003 anerkannt im Vorläufigen Standard des MFD BD e.V.

 

FARBGENETIK

 

Die Allelreihen

  = Agouti ( oder Argente ) mit Bauchstreifen
a^r = Solid Agouti ohne Bauchstreifen
a^t = Tan- oder Foxzeichnung ( keine vollst. Dominanz von a^r über a^t )
a    = Einfarbig

B = Schwarz
b = braun ( Schokolade ), Augen bekommen Feuerglut

C = volle Farbintensität in Haar, Haut und Auge
c^d = Farbverdünnung ( vor allem der Rot-/Gelb-Reihe )
c^r = Chinchillafaktor ( reduziert alles Rot/Gelb zu Weiß, lässt Glut in Augen
entstehen )
c^a = Himalayafaktor ( alles Rot/Gelb wird unterdrückt, schwarz/braunes Pigment
wird nur an den Körperenden zugelassen = Acromelanismus, rote Augen )
Die Mutation c wäre Vollalbinismus, welche bei den MS aber noch nicht bekannt ist.
Ein weiterer, hin und wieder genannter Faktor in dieser Reihe ist c^k, welcher ebenfalls
für eine leichte Verdünnung der roten/gelben Farbe sorgt, sich aber kaum auf die Farben der Schwarz-/Braun-Reihe auswirkt. Dieser Faktor wird jedoch nicht für die uns bekannten Farbformeln der MS verwendet.

E = volle Ausprägung von Farben der Schwarz-/Braun-Reihe
e^p = bestimmt über die Verteilung der Farben der Schwarz-/Braun-Reihe und der
Rot-/Gelb-Reihe auf einem Tier, z.B. Schildpatt, Brindle
e = völlige Unterdrückung alles schwarzen/braunen Pigmentes. Es entstehen die
Tiere der Rot-/Gelb-Reihe.

P = dunkle Augen ( bzw. Feueraugen bei b-Tieren oder Glut bei c^r-Tieren )
p^r = Rubinauge, bei Geburt himbeerfarben, dunkelt dann nach
p = pink-eye-Faktor, rote Augen

S = keine Weißscheckung
s = Weißscheckung ( es besteht nur eine unvollständige Dominanz von S über s )

Rs = Roan- and Spotting-Gen, Schimmel und Dalmatiner, genetisches Tipp-Ex
rs = kein Schimmel oder Dalmatiner
Schimmel und Dalmatiner sind nur in spalterbigem ( heterozygoten ) Zustand = Rs rs lebensfähig. RsRs-Tiere sind semiletal und sterben kurz nach der Geburt.
Es gibt keine Dalmatiner- oder Schimmelträger.

Schwarz-/Braun-Reihe ( E )

ABCEP Goldagouti: alle Faktoren dominant = Wildfarbe  ( Rotverstärker )
ABCEP

ABc^rEP Silberagouti: C wird zu c^r = Rot wird zu (Silber-) Weiß
ABc^rEP

ABc^dEP Grauagouti: Rot wird zu Buff
ABc^dEP

AbCEP Orangeagouti: Schwarz wird zu Braun
AbCEP

Abc^rc^rEP Cinnamonagouti: Schwarz wird zu Braun und Rot zu Weiß
Abc^rc^rEP

ABCEp Salmagouti: Schwarz wird zu Lilac, Rot zu Gold, Augen rot
ABCEp

ABc^rc^rEp Lilac/Weiß-Argente: Schwarz wird zu Lilac, Rot zu Weiß, Augen rot
ABc^rc^rEp

a^rBCEP Solid Goldagouti: wie Goldagouti, nur ohne Bauchstreifen
a^rBCEP

a^rBc^rEP Solid Silberagouti: wie Silberagouti, nur ohne Bauchstreifen
a^rBc^rEP

a^tBCEP Black Tan: a^t = Tan- und Foxzeichnung
a^tBCEP

a^tBc^rEP Silver Fox: Glut im Auge
a^tBc^rEP

aBCEP Schwarz: Goldagouti ohne Agoutifaktor = einfarb. Schwarz
aBCEP

aBc^?c^?EP "Sepia": Schwarz wird verdünnt zu  Schwarz-Grau, Augen leicht aufgehellt
aBc^?c^?EP

aBCEp^r Slate Blue: Schwarz wird zu Slate Blue, Rubinauge
aBCEp^r

aBCEp Lilac: Schwarz wird zu Lilac, Augen rot
aBCEp

abCEP Schokolade: Schwarz wird zu Schokolade
abCEP

abCEp^r "Coffee": braunes "Gegenstück" zum Slate Blue
abCEp^r

abCEp Beige: Schwarz wird zu Schoko, Schoko wird zu Beige, Augen rot
abCEp

Rot-/Gelb-Reihe (e )

Durch das kleine "e" ändert sich einiges :

  • Alles schwarze und braune Pigment ( Eumelanin ) im Haar wird völlig unterdrückt.
  • Das kleine "e" kann dadurch auch ein Agouti unkenntlich machen, indem es den schwarzen/braunen Teil der Haare auch zu Rot/Gelb werden lässt.
  • Jedes Tier der Rot-/Gelb-Reihe kann also potenziell ein Agouti sein, was bei der Verpaarung mit einem Tier, welches mindestens ein großes "E" trägt, wieder sichtbar wird.
  • Aus diesem Grund steht auf dem A-Locus in der Formel immer nur ein Punkt.

. BCeP Rot: Tier, bei dem alles Schwarz/Braun unterdrückt wird und Rot/Gelb sein lässt.
. BCeP

. bCeP Gold dkl. A.: Rotes Tier, leicht aufgehellt durch b, Feuerauge
. bCeP

 

. bCep Gold r.A.: b für Pigmentlosigkeit, p verdünnt die Farbe und macht die Augen rot
. bCep

. bc^deP Buff: c^d verdünnt die Farbe Rot zu Buff
. bc^deP

. bc^dep Safran: Buff mit p für rote Augen. Gelbverstärker !
. bc^dep

. bc^deP Creme: c^d c^a ergibt eine Verdünnung zu gutem Creme (c^d c^r ist im allgem. dunkler)
. bc^aeP 

. bc^reP Weiß dkl. A.: e = rot, c^r = alles rot wird zu weiß
. bc^reP

. bc^aeP Weiß r.A.: e in Kombination mit c^a ergibt ein reinweißes Tier mit roten Augen
. bc^aeP

Einige Zeichnungen :

aBc^aEP Himalaya, schw.: c^a unterdrückt alles rote/gelbe Pigment und lässt
aBc^aEP                                Braun und Schwarz nur an den Körperenden zu

aBCEPs Holländer, schw.: schwarzes Tier mit s = Weißscheckung
aBCEPs                               oder Schwarz-Weiß

. BCePs Holländer, rot: rotes Tier mit s = Weißscheckung
. BCePs                          oder Rot-Weiß

aBCe^pP Schildpatt/Brindle: e^p beeinflusst die Verteilung von schwarzen und
aBCe^pP                                  roten Haaren auf dem Körper

aBCe^pPs Schildp.m.Weiß: wie oben, nur mit zusätzlicher Weißscheckung
aBCe^pPs

ABCe^pPs Goldagouti-Rot-W.: Agoutischeckung ist nur möglich mit Farben der
ABCe^pPs                                    Rot-Reihe, NICHT mit denen der Schwarzreihe

aBCe^p ps Lilac-Gold-Weiß
aBCe^p ps

aBCEPSRs Dalmatiner oder Schimmel: S = keine Weißscheckung, Rsrs = Dalmatiner-
aBCEPSrs                                                         oder Schimmelzeichnung, Glut in Augen

aBc^rc^re^pe^pPP Magpie: Schildpatt, bei dem Rot zu Weiß wird,
aBc^rc^re^pe^pPP                Glut im Auge wie Silberagouti

 

 

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